Rezension: Harry Potter & the cursed Child – John Tiffany, Jack Thorne, JK Rowling

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Informationen rund ums Buch

Harry Potter & the Cursed Child von Jack Thorne, John Tiffany & J K Rowling
erschienen im Little Brown Verlag
Hardcover, 343 Seiten

Warnung! Meine Rezension enthält Spoiler zu den sieben Harry Potter Büchern. Sofern du diese noch nicht gelesen hast, lies hier bitte nicht weiter. Außerdem verrate ich ein wenig über den Inhalt & die grobe Storyline des Drehbuchs. Wenn du auch hierüber nichts wissen möchtest, dann lies bitte ebenfalls nicht weiter.

Inhalt

19 Jahre nach der Schlacht von Hogwarts. Albus Potter, der jüngste Sohn von Harry Potter steht kurz vor seinem ersten Jahr in Hogwarts.  Er ist nicht ganz zufrieden mit seinem Leben, da er immer nur als Sohn des großen Harry Potters angesehen wird. Im Zug trifft er auf Scorpius Malfoy, den ganz ähnliche Probleme plagen. Die beiden Jungen finden so sofort Gemeinsamkeiten und schließen Freundschaft.

Einige Zeit später belauscht Albus ein Gespräch zwischen Harry und Amos Diggory, dem Vater von Cedric Diggory. Amos hat ein Gerücht gehört, dass ein Zeitumkehrer gefunden wurde, was eine kleine Sensation ist, da nach der Schlacht um Hogwarts alle Zeitumkehrer aus Sicherheitsgründen vernichtet wurden. Amos bittet Harry, in die Vergangenheit zu reisen, um seinen Sohn Cedric zu retten. Als Harry dies ablehnt, beschließt Albus zusammen mit Scorpius den Zeitumkehrer zu stehlen und selbst in die Vergangenheit zu reisen, um Cedric zu retten…

Meine Meinung

Ich habe einige schlechte Kritiken zu diesem Buch gelesen und bin der Meinung, dass diese oft auf einem kleinen Missverständnis beruhen. Oft habe ich gelesen, dass „der achte Harry Potter Band“ einem die Geschichte kaputt machen würde. Dieses Drehbuch ist aber nicht der achte Harry Potter Band, sondern genau das, was es verspricht: ein Drehbuch zu einem Theaterstück, welches in London gerade Premiere gefeiert hat. Das Drehbuch bietet allen Menschen, die nicht nach London fahren können, um dort das Stück zu sehen, eine Möglichkeit, trotzdem zu erfahren, worum es in diesem Stück geht. Und dafür war es meiner Meinung nach wundervoll.

Ich habe auch gelesen, dass kritisiert wurde, dass Harry, Ron & Hermine einem mittlerweile „fremd“ vorkommen. Das konnte ich teilweise auch nachvollziehen, was für mich aber sehr natürlich war. Wir befinden uns 19 Jahre später. Harry, Ron & Hermine sind Eltern geworden und haben sich weiter entwickelt. Die Geschichte dreht sich hauptsächlich um den jungen Albus, aus dessen Sicht die Personen natürlich erwachsener und entfernter erscheinen. Die Entwicklung der Charaktere selbst fand ich durchaus gelungen, nur mit der Entwicklung von Ron war ich nicht ganz einverstanden.

Das Drehbuch ist als Drehbuch verfasst, wir lesen also tatsächlich:

Harry:
Albus: [schaut sich um]

Das ist anfangs kurz etwas ungewohnt, aber man findet sehr schnell in diese Schreibweise hinein und nach kurzer Zeit lässt sich das Buch sehr flüssig lesen.

Die Geschichte an sich ist wundervoll und toll durchdacht. Sie ermöglicht es uns, Personen wieder zu treffen, mit denen wir nicht gerechnet hätten. Dafür ist es dann umso schöner, wenn sie überraschenderweise vor einem stehen.

Die beschriebene Freundschaft ist typisch JK Rowling, die für mich persönlich Freundschaften wie kein zweiter schreiben und näher bringen kann. Albus, vor allem aber Scorpius, sind mir unheimlich ans Herz gewachsen. Wir finden die altbekannten Tugenden, Mut, Freunschaft und Liebe in diesem Buch wieder und es ist einfach nur schön.

Ich kann nach dem Lesen sagen, dass Harry Potter & the cursed child mir absolut gar nichts verdorben hat und ich mehr als froh bin, dass ich nochmals in diese Welt eintauchen durfte.

Meine Bewertung

5sterne

5 / 5 Sterne

Diese Rezension gibt es übrigens auch im Videoformat

Rezension: Dark Canopy von Jennifer Benkau

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Informationen rund ums Buch

Dark Canopy von Jennifer Benkau
erschienen im Script5 Verlag
Hardcover, 528 Seiten

Inhalt

Die junge Joy lebt in einer Welt, in der die Percents, erschaffene Soldaten für den dritten Weltkrieg, die Weltherrschaft übernommen haben und die Menschheit unterjochen. Joy gehört einer Rebellengruppe an, die versuchen, in dieser Welt frei zu bleiben und zu überleben. Bei einem Einsatz in einem Dorf der Percents wird Joy jedoch gefangen genommen und sogleich einem jungen Percent zugeteilt, für den sie ein Rennen bestreiten soll, was sich als eine Art Menschenjagd herausstellt. In ihrer Gefangenschaft erleidet sie viel Schmerz, gleichzeitig merkt sie aber, dass nicht alle Percents die Unterdrückung der Menschheit befürworten und findet Verbündete und sogar Freunde.

Meine Meinung

Dieses Buch gehörte zu meinen Jahreshighlights 2015. Ich habe zu der Zeit sehr viele Dystopien gelesen, aber diese stach ohne Frage heraus. Das Buch ist grausam, düster und schmerzt. Genau mein Geschmack.

Die Percents werden als „bessere“ Menschen dargestellt, sie sind nicht nur größer, sondern auch stärker und schneller als die Menschen und haben erweiterte Sinne. Gleichzeitig haben sie jedoch eine Schwachstelle: das Sonnenlicht fügt ihrer Haut starke Schmerzen zu, sodass sie sich eine Maschine gebaut haben, Dark Canopy, die den Himmel künstlich verdüstert. Pro Tag gibt es nur wenige Sonnenminuten, sodass über dem Buch eine düstere und dunkle Stimmung liegt, die nicht verfliegt.

Zur Stimmung beigetragen hat auch die Situation von unser Hauptprotagonistin, Joy. Sie ist ein junges Mädchen, welches sich den Rebellen angeschlossen hat und in dieser grausamen Welt nicht zerbrochen ist, sondern stark geblieben ist. Mir hat ihr Charakter unheimlich gut gefallen und für mich persönlich war er – im Vergleich zu vielen anderen Dystopien – ein herausragender Charakter.

Joy wird gefangen genommen und trifft in ihrer Gefangenschaft auf Neél, ein junger Percent, dessen künftiger Rang in der Gemeinschaft der Percents von dem Abschneiden „seiner Sklavin“ Joy in dem oben genannten Rennen abhängt. Dementsprechend trainiert er sie und verbringt viel Zeit mit ihr. Wie sich viele denken können, kommen sich die beiden dabei näher. Dies ist allerdings nicht auf eine plumpe Art und Weise geschehen, sondern sehr langsam, angemessen und vorsichtig. Das hat für mich das Buch unheimlich authentisch gemacht. Die Gefühle werden unheimlich gut und schön beschrieben und bieten einen tollen Kontrast zu dem sonst unglaublich grausamen und gewalttätigen Buch. Es bleibt nicht bei Andeutungen, stattdessen zeigt die Autorin auf, wie die Welt dort wirklich aussieht. Wir erleben viel Schmerz, Leid und Grausamkeit. Verletzungen, Vergewaltigungen und der Tod gehören zum Alltag in diesem Buch. Auch das hat für mich unheimlich zur Authentizität und Stimmung des Buches beigetragen.

Die Geschichte ist gefüllt mit Wendungen, Ereignissen und Spannungen und ein richtiger Höhepunkt ist kaum auszumachen, auch wenn es natürlich auf das Rennen hinausläuft. Besonders gut gefallen hat mir die Tatsache, dass Joy dabei menschlich geblieben ist. Ja, sie hat tagtäglich trainiert und ja, sie ist besser geworden. Die Überlegenheit der Percents ist aber weiterhin zu spüren und aus Joy wird keine „Superwoman“ gemacht, was ich in diesem Genre auch das eine oder andere Mal erlebt habe.

Das Buch endet mit einem Cliffhanger, der so fies und grausam ist, dass er mir mein Herz ein kleines bisschen gebrochen hat. Hätte ich das zweite Buch in meinem Urlaub damals dabei gehabt, hätte ich es sofort gelesen. Zu meiner Schande muss ich aber leider sagen, dass ich den zweiten Teil bis heute nicht gelesen habe und dies wohl auch nicht tun werde, da ich mich selbst gespoilert habe und mit dem Ende wohl nicht so ganz einverstanden sein werde. Ich möchte mir mein Herz nicht noch ein zweites Mal brechen lassen, daher bleibt es für mich bei diesem absolut grandiosen, lesenswerten und emotionsreichen Teil.

Dieses Buch ist – trotz Jugendbuch-Charakter – nichts für schwache Nerven. Gleichzeitig ist es so wunderbar schön und grausam, dass es für mich eines meiner Lieblingsbücher geworden ist. Ich kann es euch nur an euer Herz legen.

Meine Bewertung

5sterne

Rezension: Die Bücherdiebin von Markus Zusak

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Informationen rund um das Buch

Die Bücherdiebin von Markus Zusak
erschienen im cbj Verlag
Hardcover, 592 Seiten

Inhalt

„In all den Jahren habe ich viele junger Männer gesehen, die der Meinung waren, auf andere junge Männer zuzulaufen. Aber das stimmt nicht. Sie alle liefen mir zu.“
– Markus Zusak, Die Bücherdiebin

Liesel ist noch sehr jung und auf der Fahrt zu ihrer neuen Pflegefamilie, als ihr Bruder in ihren Armen im Zug verstirbt. An seinem eisigen Grab stielt sie ihr erstes Buch, das „Handbuch für Totengräber“. Dies ist der Auftakt zu einer Geschichte, in der Liesel noch einige weitere Bücher stehlen wird. Liesel lebt in der Zeit des zweiten Weltkriegs. Das Buch wird aus der Sicht des Todes erzählt, der – naturgemäß – in dieser Zeit viel zu tun hat und dabei immer wieder Liesel begegnet. Das Mädchen fasziniert ihn so, sodass er beschließt, über sie zu erzählen. Liesel bekommt die Grausamkeiten des NS-Regimes mit und als ihre Familie einen Juden im Keller versteckt, begeben sich alle in größte Gefahr.

Meine Meinung

Um es vorweg zu nehmen: Das Buch hat 5 Sterne von mir erhalten und gehört zu den Büchern, die man in dieser Zeit gelesen haben muss. Das habt ihr alle vermutlich auch schon längst, denn ich bin wirklich sehr sehr spät dran.

Das Buch ist einzigartig und kein Buch, was man in einem Rutsch durchlesen kann – so ging es mir zumindest. Für mich waren die Ereignisse anfangs teilweise ein wenig zusammenhanglos aneinander gereiht und erst später habe ich gemerkt, dass hier mehr oder weniger chronologisch vorgegangen wird. Wie in der Inhaltsbeschreibung schon erwähnt, wird das Buch aus der Sicht des Todes erzählt, der gerne immer mal wieder von der Hauptgeschichte abschweift und Blicke in die Zukunft und Vergangenheit gewährt und auch kleinere Abschweifungen der Hauptgeschichte vornimmt. Es hat alles seinen Sinn und seine Bedeutung, das merkt man aber teilweise erst hinterher.

In dem Buch finden sich immer wieder kleinere Anmerkungen des Todes, wie z.B. das Eingangszitat, die mir eine Gänsehaut verpasst haben und einen zum Nachdenken nicht nur anregen sondern zwingen. Das hat das Buch für mich zu etwas ganz Besonderem gemacht mit deutlich mehr Tiefgang, als es ohnehin schon hat.

Der Tod gibt gerne auch mal warnende Ausblicke in die Zukunft, was mir bei Büchern meist nicht so gefällt, da ich dann genau weiß, dass in Zukunft etwas Schlimmes passieren wird und dann darauf „hinfiebere“ bzw. warte, bis es endlich passiert und vorbei ist und es mit der normalen Geschichte weitergehen kann. Hier hat es mich merkwürdigerweise nicht gestört, auch wenn sich gleich eine düstere Stimmung über einige Teile der Geschichte oder auch Charaktere gelegt hat.

Was mir unheimlich gut gefallen hat, war die Neutralität, mit der Liesel die Geschehnisse um sich herum zunächst wahrnimmt. Sie ist ein Kind und erst durch ihre eigenen Erfahrungen fühlt sie die Verabscheuung für dieses Regime. Sie bildet Freundschaften, die so bezaubernd und natürlich beschrieben werden. Viele der Charaktere habe ich sofort ins Herz geschlossen. Sie waren durchdacht, tiefgründig und passend.

Das Buch hat aber natürlich auch seine grausame Seite. Das sollte jedem klar sein, der dieses Buch liest. Auch mir war es klar, aber auf das Ende war ich irgendwie dann doch nicht vorbereitet. Das letzte Mal habe ich bei einem Buch 2007 geweint: bei dem letzten Teil von Harry Potter. Dieses Mal war es wieder so weit. Es ist demnach nichts für schwache Nerven, aber so tiefgängig, nachdenklich und einzigartig, dass es sich in meinen Augen absolut lohnt.

Wer dieses Buch noch nicht gelesen hat, hat etwas verpasst. Ich hatte Angst vor diesem Buch, bereuhe es aber keine Sekunde, es gelesen zu haben.

Meine Bewertung

5sterne
5 / 5 Sterne

Reihen-Rezension: Daringham Hall Trilogie von Kathryn Taylor

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Informationen rund um die Bücher

Daringham Hall – das Erbe, die Entscheidung und die Rückkehr
von Kathryn Taylor
erschienen im Bastei Lübbe Verlag
Taschenbücher, 334, 319 und 317 Seiten

Inhalt

In der Daringham Hall Trilogie geht es um Kate, eine junge Tierärztin in einem etwas abgelegenen britischen Dorf in East Anglia. In dem Dorf befindet sich das große Anwesen, Daringham Hall. Kate ist seit ihrer Kindheit der dort lebenden Familie Camden und den Bewohnern von Daringham Hall sehr verbunden und wird dort als eine der ihren betrachtet.

Eines Tages taucht der mysteriöse Amerikaner Ben auf. Nach einem Schlag auf den Kopf hat er sein Gedächtnis verloren und wird von Kate wieder aufgepäppelt. Die beiden kommen sich näher und keiner von ihnen ahnt, dass Ben der tatsächliche Erbe von Daringham Hall ist und der Familie Camden Rache geschworen hat. Und die Geschichte nimmt ihren Lauf…

Meine Meinung

Der erste Teil war ein solcher Cover-Kauf, mehr Coverkauf geht nicht. Normalerweise greife ich nicht unbedingt zu solchen Büchern und ohne das Cover hätte ich die Trilogie vermutlich auch nie angefangen. Die Cover sind einfach wahnsinnig schön und sehen toll im Bücherregal aus. Die Bücher selbst fühlen sich übrigens auch sehr sehr schön aus.

Dennoch bin ich sehr froh, dass die Bücher so tolle Cover hatten, denn sonst hätte ich die Geschichte nie gelesen. Ich hatte zugegeben große Lust auf einen locker flockig leichten Roman und da kam mir der erste Teil der Daringham Hall Trilogie sehr recht. Schon beim Lesen des ersten Teils habe ich dann festgestellt, dass mir das Buch wirklich sehr gut gefällt und habe mir dann letztendlich die beiden verbliebenden Teile ebenfalls geholt.

Die Geschichte ist genau die Geschichte, die man sich vorstellt, wenn man die Bücher liest. Sie war sehr vorhersehbar und gleich anfangs entwickelt man einige Ahnungen, die sich letztendlich als richtig herausstellen. Trotzdem ist das Buch sehr unterhaltsam. Die Charaktere sind nicht unbedingt wahnsinnig tief ausgebaut, sie unterhalten einen aber und sind sehr sympathisch. Die Bücher sind aus mehreren Perspektiven geschrieben, sodass man zum einen nicht nur Kates Sicht liest, sondern auch die von Ben. Außerdem gibt es neben Kate und Ben noch ein paar andere Charaktere, die ebenfalls zu Wort kommen und eine kleine eigene Geschichte entwickeln. Das hat die Bücher sehr vielseitig und interessant gemacht.

Wer auf der Suche nach anspruchsvoller Unterhaltung ist, sollte bei diesen Büchern vielleicht nicht unbedingt zugreifen. Wer dagegen etwas locker leichtes für den Sommer lesen möchte, ist mit den Büchern sehr gut beraten. So ging es mir und mir haben alle gut gefallen.

Der erste Teil gefiel mir am besten, wobei der zweite und der dritte Teil dem Ersten kaum nachstanden, sodass alle letztendlich fast die gleiche Bewertung bekamen. Zu der Handlung der beiden Folgebände kann ich naturgemäß nicht viel sagen, das müsst ihr ggf. schon selbst herausfinden.

Dieses Buch bringt einem das britische Landleben, so wie man es sich romantischerweise vorstellt, näher und erfüllt alle Erwartungen, die man an ein solches Buch haben kann. Da die Geschichte etwas zu vorhersehbar war, gab es jeweils einen Stern Abzug. Den ersten Teil habe ich mit 4 1/2 Sternen, die anderen beiden jeweils mit 4 Sternen bewertet, sodass insgesamt folgende Bewertung herauskommt:

Meine Bewertung

4sterne4 / 5 Sterne

Rezension: These Broken Stars (Lilac & Tarver) von Amie Kaufman und Meagan Spooner

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Informationen rund ums Buch

These Broken Stars (Lilac & Tarver) von Amie Kaufman und Meagan Spooner
erschienen im Carlsen Verlag
Hardcover, 496 Seiten
Vielen Dank an den Carlsen Verlag für das Rezensionsexemplar!
weitere Informationen zum Buch erhaltet ihr hier

Inhalt

In These Broken Stars begleiten wir abwechselnd Lilac  und Tarver. Lilac ist Tochter des reichsten Mannes des Universums, was sie zum reichsten Mädchen macht. Sie hat alles, was sie sich wünschen kann und befindet sich am Anfang der Geschichte auf dem Weltraumschiff Icarus, welches durch das All reist. Auf dem gleichen Schiff ist auch Tarver, ein Major, der zuvor eine Auszeichnung erhalten hat. Die beiden treffen sich durch Zufall und auch wenn es erst so aussieht, als würden sie sich gut verstehen, stellt sich heraus, dass sie keinen besonders guten Draht zueinander zu haben scheinen. Als das Weltraumschiff einen Unfall erleidet und abstürzt, finden sich die beiden zu zweit in einer Rettungskapsel wieder, die sie auf einen merkwürdigen Planeten bringt. Schnell merken sie, dass sie hier keine Hilfe von Rettungsmannschaften erwarten können und müssen nun versuchen, auf diesem Planeten am Leben zu bleiben.

Meine Meinung

Ich habe dieses Buch schon früher bei vielen englischsprachigen Booktubern gesehen und immer wieder nach einer deutschen Übersetzung gesucht. Als diese nun im Carlsen Verlag erschienen ist, habe ich die Gelegenheit ergriffen und mich für ein Rezensionsexemplar beworben. Die Geschichte hörte sich nach einem Buch an, was mir gut gefallen könnte. Genauso war es auch, sodass ich mich umso mehr freue, dass ich dieses Buch rezensieren durfte.

Bevor wir zum Inhalt kommen: Schaut euch bitte dieses wundervolle Cover an. Es ist mystisch, in gedeckten Farben gehalten und es glänzt. Allein deswegen hat das Buch schon bei mir gewonnen, es sieht nämlich wunderschön im Bücherregal aus. Der Schutzumschlag fühlt sich übrigens ganz ganz weich samtig an – herrlich! Und auch ohne Schutzumschlag ist das Buch ein Hingucker.

Kommen wir zum Inhalt:

Man wird ohne große Erklärung in die Welt gelassen und weiß erst gar nicht so recht, was überhaupt los ist. Man kommt schließlich schnell dahinter, dass die Menschheit die Erde verlassen hat, bzw das Weltall erkundet und besiedel hat. Es gibt verschiedene Planeten, die jeweils von Unternehmen einem sog. Terraforming unterzogen werden, damit diese bewohnbar sind. Eine Möglichkeit des Reisens zwischen diesen Planeten ist der Hyperspace. Das Reisen im Hyperspace ermöglicht es, deutlich schneller zwischen den Planeten zu reisen – er ist allerdings, wie wir schnell feststellen können, auch mit Gefahren verbunden.

So viel zum Setting. Wir werden also in diese Welt geworfen und erfahren abwechselnd aus Lilacs und aus Tarvers Sicht den Verlauf der Geschichte. Wie bereits in der Inhaltsangabe beschrieben, erleidet das Weltraumschiff, auf dem sich unsere beiden Hauptpersonen befinden einen Unfall und stürzt ab. Lilca und Tarver – zu zweit in einer Rettungskapsel – stürzen auf einen fremden Planeten, der einem Terraforming unterzogen wurde, aber dennoch unbewohnt zu sein scheint, was beide wundert. Von ihrer Absturzstelle aus versuchen sie nun, an einen besseren Ort zu gelangen, um dort ggf. von Rettungstruppen aufgesammelt zu werden.

Auf dieser Reise geschehen merkwürdige Dinge, die sie zuerst an ihrem Verstand zweifeln und dann über den Grund nachdenken lassen, warum dieser „terraformierte“ Planet verlassen ist.

Vor jedem Kapitel findet sich ein kleiner Abschnitt aus einem Verhörprotokoll, welches ein Gespräch von Tarver mit dem Militär aufzeigt. Schnell merken wir, dass Tarver nicht die ganze Wahrheit erzählt und von den tatsächlichen Geschehnissen abweicht. Das fand ich besonders interessant, da der Verlauf des Verhörs sich an dem Verlauf der Geschichte orientiert und wir immer gleich merken, was genau Tarver da erzählt und wie er abweicht. Außerdem fragt man sich unweigerlich, wieso er denn nun von den tatsächliehn Begebenheiten abweicht.

Übrigens, das Buch wurde – wie man erkennen kann – von zwei Autorinnen geschrieben. Ich habe mich zwischendurch gefragt, ob vielleicht die eine Autorin die Sicht von Lilac geschrieben hat und die andere die Sicht von Tarver. Der Schreibstil war aber insgesamt so flüssig und einheitlich, dass ich das zwar sehr interessant finden würde, allerdings nicht wirklich daran glaube.

Bis auf die Tatsache, dass sich zwei Menschen im All befinden und hier überleben müssen, wusste ich trotzdem relativ wenig über dieses Buch. Ich hatte insbesondere keine Ahnung, in welche Richtung sich das Ganze entwickeln wird. Die Entwicklung, über die ich hier nichts weiter schreiben möchte, hat mich ziemlich überrascht, was ich grundsätzlich sehr gut finde, da das Buch so nicht vorhersehbar geschrieben wurde. Ich finde sie auch sehr sehr interessant und eigentlich hätte ich gerne noch mehr darüber erfahren, wobei ich nicht genau weiß, was da vielleicht in den Folgebänden noch kommen wird. Andererseits erfährt man genau das, was Lilac und Tarver erfahren und viel mehr Erklärungen wird es einfach nicht geben, was auch ein wenig in der Natur der Sache liegt. Das gesamte Buch beschäftigt sich übrigens nur mit den beiden Hauptpersonen. Andere Personen und Charaktere treten so gut wie gar nicht auf, wenn dann nur in den Erzählungen und Erinnerungen der beiden. Trotzdem war das Buch nicht eine Sekunde langweilig, sondern blieb auf jeder Seite spannend, was ich den Autorinnen hoch anrechne.

Lilac und Tarver waren mir beide gleich sehr sympathisch. Insbesondere hat mir Lilac sehr gut gefallen, da sie nicht nur ein verwöhntes reiches Mädchen ist, sondern bereits zu Beginn dafür sorgt, dass beide überhaupt auf dem Planeten landen und damit überleben können. Wie ihr euch sicherlich denken könnt, kommen sich beide im Laufe des Buchs näher, was gegen Ende zwar einen großen Teil der Geschichte ausgemacht hat, anfangs aber relativ dezent im Hintergrund gehalten wurde.

Ich muss dazu sagen, dass es teilweise etwas verwirrend war. Es passieren Dinge und man weiß nicht so recht, was man davon halten soll. Genauso geht es allerdings auch den beiden Hauptpersonen, was deutlich zur Authentizität des Buches beigetragen hat.

Das Buch hatte keine längen und die Geschichte ist zügig vorangeschritten. Während ich die ersten zwei Tage jeweils ca 80-100 Seiten gelesen habe und damit gut zurrecht kam, nahm das Buch gegen Ende so an Fahrt auf, dass ich es an einem Abend komplett zu Ende lesen musste. Es hat mich sehr gefesselt, was ich schon länger bei keinem Buch erlebt habe. Für mich hat es sich das Buch zu einem kleinen Pageturner entwickelt und ich freue mich riesig, dass es mir so gut gefallen hat, wie ich es mir erhofft habe.

Der zweite Band soll leider erst am 25. November 2016 erscheinen. Hier soll es dann aber um andere Personen gehen, was auch dadurch deutlich wird, dass die Geschichte in sich abgeschlossen ist. Man bleibt also auf keinem fiesen Cliffhanger hängen; dass ich trotzdem unbedingt weiter lesen möchte, spricht aber absolut für dieses Buch, oder nicht?

Mein Fazit: Wer dieses Buch nicht gelesen hat, verpasst eine wirklich spannende und abwechslungsreiche Neuerscheinung in diesem Jahr. Sofern ihr Fans von Dystopien mit einem Hauch Sci-Fi oder generell von Jugendbüchern seid, kann ich euch dieses Buch wärmstens empfehlen.

Bewertung

5sterne

5 / 5 Sterne