{books} Endgame von James Frey

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Ich merke schon – dies wird eine buchlastige Woche. Nachdem ich euch vor einigen Tagen mein „Project:10Books“ vorgestellt habe, geht es heute gleich weiter damit. Das erste Buch habe ich (wie angekündigt) bereits fertig gelesen und kann somit 1 Buch von 10 von der Liste streichen. Die Rede ist von „Endgame“ vom James Frey.

Und heute möchte ich euch über genau dieses Buch ein wenig mehr berichten.

booksendgameDas Buch selber ist noch recht frisch. 2014 erschienen. Eingefleischte Distopien-Fans, die ständig auf der Suche nach neuen Büchern derart sind, haben es bestimmt schon gelesen. Und heute möchte auch ich ein paar Worte dazu sagen. Ich kann mir nämlich durchaus vorstellen, dass das Buch durchaus unterschiedliche Reaktionen bekommen hat und wird. James Frey scheint ohnehin ein umstrittener Autor zu sein, wobei mich das eigentlich weniger interessiert. Hier geht es nur um das Buch.

Dein Einband ist wirklich schön – gold glänzend mit Struktur. Macht sich auf jeden Fall gut im Buchregal. Was mich persönlich auch sehr gefreut hat, waren die beiden Lesezeichen-Bänder. Das findet man heutzutage gefühlt immer seltener.

Die Story & das Buch

Endgame hat begonnen. Endgame bestimmt, dass 12 Spieler von 12 verschiedenen Völkern der Welt gegeneinander antreten müssen. Sie müssen sich töten, Rätsel lösen und schließlich drei verschiedene Schlüssel zu finden und diese an den richtigen Ort zu bringen. Nur das Volk des Kämpfers, der gewinnen wird, wird überleben. Momentmal. 12 Spieler, die sich gegenseitig umbringen müssen? Kennen wir das nicht bereits? Ja. Die Story mag auf den ersten Blick der Handlung von Panem sehr ähneln.

Ich finde allerdings, dass sich viele Distopien heutzutage sehr ähneln (Mädchen/Junge wächst in einem System auf, dass irgendwie nicht das hält, was es verspricht. Mädchen/Junge rebelliert.) Wenn man sich etwas genauer mit „Endgame“ beschäftigt, merkt man schnell, dass hier einiges anders ist, als wir es in Panem kennengelernt haben.

Die zwölf Spieler – alle zwischen 13 und 18 – haben ihr Schicksal akzeptiert und sind bereit, sich gegenseitig zu töten, um ihr eigenes Volk zu retten. Das Buch wird zudem aus allen zwölf Sichten geschrieben. Einige Personen kommen dabei deutlich häufiger vor, als andere – und jede Person hat so ihre Eigenarten, die sich direkt im Schreibstil niederspiegeln.

booksendgame1An den Schreibstil musste ich persönlich erst einmal gewöhnen. James Frey schreibt sehr kalt oder kühl, teilweise abgehackt, nicht großartig schön oder poetisch. Grausame Szenen werden oft als Nebensächlich dargestellt und etwas, was im Endgame ganz normal ist.

Die zwölf Spieler sind selbstverständlich alles Killer-Maschinen. Sie wurden ja schließlich ihr Leben lang darauf vorbereitet. Die Glaubwürdigkeit leidet an einigen Stellen für meinen Geschmack allerdings deutlich. Kann vielleicht auch damit zusammen hängen, dass man sich auf den ersten Blick nicht wirklich mit einer der Personen identifizieren kann. (Sarah vielleicht noch, aber An oder Baitsakhan? Nicht wirklich…)

Die Charaktere sind alle relativ berechenbar. Einige Handlungen von einigen Personen waren für mich teilweise keine Überraschung. Allerdings finde ich sie alle so unterschiedlich gestaltet, sodass man sie schnell und einfach auseinander halten kann. Das hätte ich anfangs, nachdem ich die Spielerübersicht gelesen habe, nicht unbedingt gedacht. Nichtsdestotrotz hat das Buch ordentlich spannende Züge und überraschende Wendungen.

Das Ende (keine Sorge, hier wird nicht gespoilert) lässt schon die eine oder andere Richtung erahnen und hat mir ganz gut gefallen.

Was ganz interessant an dem Buch ist: im Buch selber sind selbst Rätsel versteckt. Es gibt verschiedene Hinweise im Internet, die selber für die Leser ein großes großes Rätsel darstellen. Und wer dieses Rätsel zuerst löst, gewinnt einen großen großen Preis in Gold. Da ich jetzt eh nicht so der Rätsel-Fan bin, und das sicherlich tausende besser könenn, als ich, bin ich da nicht wirklich dahinter. Es könnte aber vielleicht für den einen oder anderen von euch spannend sein.

booksendgame2

Mein Fazit

Zugegeben. Der Anfang mag etwas langatmig sein. Auch der überraschend andere Schreibstil macht ein Einlesen in das Buch zuerst nicht unbedingt einfacht. Nachdem ich dann einige Seiten gebraucht habe, um mich mit dem Schreibstil anzufreuden, konnte ich allerdings kaum noch aufhören zu lesen. Die Kapitel sind alle recht kurz, sodass man auch über Passagen mit Personen, die man eher nicht mag, recht schnell rüberlesen kann.

Von dem vielbesagten Hype, der oft Grundlage für eine schlechte Bewertung bei diesem Buch ist, habe ich eigentlich nicht so viel mitbekommen. Ich habe bei dem Buch eher einen „Gegenhype“ erlebt, den ich widerum nicht verstehen kann. Das Buch erfindet im Grundgedanken als Distopie zwar nicht unbedingt das Rad neu, es ähnelt jedoch keiner Distopie, die ich gelesen habe, derart, dass ich sagen würde, dass es sich hier um einen schlechten Nachahmer handelt.

Dieses Buch war endlich mal wieder ein Buch, was ich kaum aus der Hand legen konnte und bei dem ich mich jetzt schon auf den Nachfolger freue – und das ist bei mir ein gutes Zeichen.

Für alle Distopie-Fans spreche ich hiermit eine ganz klare Empfehlung aus und die Bitte, das Buch nicht im Vorfelde durch Vorurteile von der Geschichte her zu verurteilen.

2 Gedanken zu „{books} Endgame von James Frey“
  1. Klingt interessant! Allerdings neige ich wirklich dazu, dass ich ein Buch sofort aus der Hand lege, wenn es mich nicht von Anfang mitreist. Schade, aber was solls. Ich versuche mir diese Eigenschaft einfach so gut es geht ab zu gewöhnen. Einen Blick werde ich aber trotzdem auf jeden, jeden Fall darauf werfen, wenn ich mal wieder im Buchladen bin.

    Grüße!

    mtrjschk.blogspot.de

  2. Ich will das Buch auch noch lesen, weil mich diese Art von Storyline sehr anspricht und hatte es deshalb auch schon oft in der Hand, jedoch ist mir die Hard Cover Variante einfach noch zu teuer. Das Rätsel finde ich sehr interessant, ist irgendwie dann mal eine neue Art des Lesens, wo man auch mitmachen kann, was bestimmt sehr lustig ist. Es steht bei mir auf jedenfall noch auf meiner Wunschliste und bisher habe ich eher positives als negatives gehört und gelesen, aber gehyped wird es gerade wirklich sehr. Aber davon lasse ich mich ebenso wenig wie du beeindrucken. Ich mache mir da immer gerne mein eigenes Bild.

    Danke auch für deine liebe Antwort.
    Das geht mir aber genauso wie du, weil ich dann jemand bin der sich echt durch ein Buch quälen muss und irgendwann gebe ich dann auf. Ein Buch muss mich einfach sofort packen und ich hoffe meine Neuzugänge tun dies dann auch.

    Angsteinflößend finde ich die Filme nicht wirklich, sie sprechen halt eher ein Thema an, das einen schockiert und zum Nachdenken bewegt, aber ich hatte nun keine Angst beim anschauen. Man macht sich danach nur so seine Gedanken über die Welt.