Rezension: Die Bücherdiebin von Markus Zusak

bücherdiebin

Informationen rund um das Buch

Die Bücherdiebin von Markus Zusak
erschienen im cbj Verlag
Hardcover, 592 Seiten

Inhalt

„In all den Jahren habe ich viele junger Männer gesehen, die der Meinung waren, auf andere junge Männer zuzulaufen. Aber das stimmt nicht. Sie alle liefen mir zu.“
– Markus Zusak, Die Bücherdiebin

Liesel ist noch sehr jung und auf der Fahrt zu ihrer neuen Pflegefamilie, als ihr Bruder in ihren Armen im Zug verstirbt. An seinem eisigen Grab stielt sie ihr erstes Buch, das „Handbuch für Totengräber“. Dies ist der Auftakt zu einer Geschichte, in der Liesel noch einige weitere Bücher stehlen wird. Liesel lebt in der Zeit des zweiten Weltkriegs. Das Buch wird aus der Sicht des Todes erzählt, der – naturgemäß – in dieser Zeit viel zu tun hat und dabei immer wieder Liesel begegnet. Das Mädchen fasziniert ihn so, sodass er beschließt, über sie zu erzählen. Liesel bekommt die Grausamkeiten des NS-Regimes mit und als ihre Familie einen Juden im Keller versteckt, begeben sich alle in größte Gefahr.

Meine Meinung

Um es vorweg zu nehmen: Das Buch hat 5 Sterne von mir erhalten und gehört zu den Büchern, die man in dieser Zeit gelesen haben muss. Das habt ihr alle vermutlich auch schon längst, denn ich bin wirklich sehr sehr spät dran.

Das Buch ist einzigartig und kein Buch, was man in einem Rutsch durchlesen kann – so ging es mir zumindest. Für mich waren die Ereignisse anfangs teilweise ein wenig zusammenhanglos aneinander gereiht und erst später habe ich gemerkt, dass hier mehr oder weniger chronologisch vorgegangen wird. Wie in der Inhaltsbeschreibung schon erwähnt, wird das Buch aus der Sicht des Todes erzählt, der gerne immer mal wieder von der Hauptgeschichte abschweift und Blicke in die Zukunft und Vergangenheit gewährt und auch kleinere Abschweifungen der Hauptgeschichte vornimmt. Es hat alles seinen Sinn und seine Bedeutung, das merkt man aber teilweise erst hinterher.

In dem Buch finden sich immer wieder kleinere Anmerkungen des Todes, wie z.B. das Eingangszitat, die mir eine Gänsehaut verpasst haben und einen zum Nachdenken nicht nur anregen sondern zwingen. Das hat das Buch für mich zu etwas ganz Besonderem gemacht mit deutlich mehr Tiefgang, als es ohnehin schon hat.

Der Tod gibt gerne auch mal warnende Ausblicke in die Zukunft, was mir bei Büchern meist nicht so gefällt, da ich dann genau weiß, dass in Zukunft etwas Schlimmes passieren wird und dann darauf „hinfiebere“ bzw. warte, bis es endlich passiert und vorbei ist und es mit der normalen Geschichte weitergehen kann. Hier hat es mich merkwürdigerweise nicht gestört, auch wenn sich gleich eine düstere Stimmung über einige Teile der Geschichte oder auch Charaktere gelegt hat.

Was mir unheimlich gut gefallen hat, war die Neutralität, mit der Liesel die Geschehnisse um sich herum zunächst wahrnimmt. Sie ist ein Kind und erst durch ihre eigenen Erfahrungen fühlt sie die Verabscheuung für dieses Regime. Sie bildet Freundschaften, die so bezaubernd und natürlich beschrieben werden. Viele der Charaktere habe ich sofort ins Herz geschlossen. Sie waren durchdacht, tiefgründig und passend.

Das Buch hat aber natürlich auch seine grausame Seite. Das sollte jedem klar sein, der dieses Buch liest. Auch mir war es klar, aber auf das Ende war ich irgendwie dann doch nicht vorbereitet. Das letzte Mal habe ich bei einem Buch 2007 geweint: bei dem letzten Teil von Harry Potter. Dieses Mal war es wieder so weit. Es ist demnach nichts für schwache Nerven, aber so tiefgängig, nachdenklich und einzigartig, dass es sich in meinen Augen absolut lohnt.

Wer dieses Buch noch nicht gelesen hat, hat etwas verpasst. Ich hatte Angst vor diesem Buch, bereuhe es aber keine Sekunde, es gelesen zu haben.

Meine Bewertung

5sterne
5 / 5 Sterne

2 Gedanken zu „Rezension: Die Bücherdiebin von Markus Zusak“
  1. Meine liebe Anna :)
    Ich finds so schön, dass du wieder da bist und tolle Rezensionen und auch Videos drehst!
    Die Bücherdiebin habe ich ebenfalls gelesen und fand das Buch wie du grandios! Der Film war nicht sooo gut, hat mir aber auch ganz gut gefallen.
    Vielleicht werde ich dieses Buch auch irgendwann nochmal lesen :)

  2. Eine sehr tolle Kritik. Ich habe das Buch bisher leider noch nicht gelesen, aber es reizt mich schon sehr. Finde natürlich die Thematik an sich eine wichtige, jedoch ist das interessanteste für mich auch, dass es aus der Sicht des Todes geschrieben ist. Das ist einfach mal was ganz anderes und dürft einen neuen Blick auf die Zeit geben. Der Film steht übrigens auch schon auf meiner Wunschliste, der soll ja auch richtig gut sein.