Rezension: Harry Potter & the cursed Child – John Tiffany, Jack Thorne, JK Rowling

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Informationen rund ums Buch

Harry Potter & the Cursed Child von Jack Thorne, John Tiffany & J K Rowling
erschienen im Little Brown Verlag
Hardcover, 343 Seiten

Warnung! Meine Rezension enthält Spoiler zu den sieben Harry Potter Büchern. Sofern du diese noch nicht gelesen hast, lies hier bitte nicht weiter. Außerdem verrate ich ein wenig über den Inhalt & die grobe Storyline des Drehbuchs. Wenn du auch hierüber nichts wissen möchtest, dann lies bitte ebenfalls nicht weiter.

Inhalt

19 Jahre nach der Schlacht von Hogwarts. Albus Potter, der jüngste Sohn von Harry Potter steht kurz vor seinem ersten Jahr in Hogwarts.  Er ist nicht ganz zufrieden mit seinem Leben, da er immer nur als Sohn des großen Harry Potters angesehen wird. Im Zug trifft er auf Scorpius Malfoy, den ganz ähnliche Probleme plagen. Die beiden Jungen finden so sofort Gemeinsamkeiten und schließen Freundschaft.

Einige Zeit später belauscht Albus ein Gespräch zwischen Harry und Amos Diggory, dem Vater von Cedric Diggory. Amos hat ein Gerücht gehört, dass ein Zeitumkehrer gefunden wurde, was eine kleine Sensation ist, da nach der Schlacht um Hogwarts alle Zeitumkehrer aus Sicherheitsgründen vernichtet wurden. Amos bittet Harry, in die Vergangenheit zu reisen, um seinen Sohn Cedric zu retten. Als Harry dies ablehnt, beschließt Albus zusammen mit Scorpius den Zeitumkehrer zu stehlen und selbst in die Vergangenheit zu reisen, um Cedric zu retten…

Meine Meinung

Ich habe einige schlechte Kritiken zu diesem Buch gelesen und bin der Meinung, dass diese oft auf einem kleinen Missverständnis beruhen. Oft habe ich gelesen, dass „der achte Harry Potter Band“ einem die Geschichte kaputt machen würde. Dieses Drehbuch ist aber nicht der achte Harry Potter Band, sondern genau das, was es verspricht: ein Drehbuch zu einem Theaterstück, welches in London gerade Premiere gefeiert hat. Das Drehbuch bietet allen Menschen, die nicht nach London fahren können, um dort das Stück zu sehen, eine Möglichkeit, trotzdem zu erfahren, worum es in diesem Stück geht. Und dafür war es meiner Meinung nach wundervoll.

Ich habe auch gelesen, dass kritisiert wurde, dass Harry, Ron & Hermine einem mittlerweile „fremd“ vorkommen. Das konnte ich teilweise auch nachvollziehen, was für mich aber sehr natürlich war. Wir befinden uns 19 Jahre später. Harry, Ron & Hermine sind Eltern geworden und haben sich weiter entwickelt. Die Geschichte dreht sich hauptsächlich um den jungen Albus, aus dessen Sicht die Personen natürlich erwachsener und entfernter erscheinen. Die Entwicklung der Charaktere selbst fand ich durchaus gelungen, nur mit der Entwicklung von Ron war ich nicht ganz einverstanden.

Das Drehbuch ist als Drehbuch verfasst, wir lesen also tatsächlich:

Harry:
Albus: [schaut sich um]

Das ist anfangs kurz etwas ungewohnt, aber man findet sehr schnell in diese Schreibweise hinein und nach kurzer Zeit lässt sich das Buch sehr flüssig lesen.

Die Geschichte an sich ist wundervoll und toll durchdacht. Sie ermöglicht es uns, Personen wieder zu treffen, mit denen wir nicht gerechnet hätten. Dafür ist es dann umso schöner, wenn sie überraschenderweise vor einem stehen.

Die beschriebene Freundschaft ist typisch JK Rowling, die für mich persönlich Freundschaften wie kein zweiter schreiben und näher bringen kann. Albus, vor allem aber Scorpius, sind mir unheimlich ans Herz gewachsen. Wir finden die altbekannten Tugenden, Mut, Freunschaft und Liebe in diesem Buch wieder und es ist einfach nur schön.

Ich kann nach dem Lesen sagen, dass Harry Potter & the cursed child mir absolut gar nichts verdorben hat und ich mehr als froh bin, dass ich nochmals in diese Welt eintauchen durfte.

Meine Bewertung

5sterne

5 / 5 Sterne

Diese Rezension gibt es übrigens auch im Videoformat

Rezension: Dark Canopy von Jennifer Benkau

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Informationen rund ums Buch

Dark Canopy von Jennifer Benkau
erschienen im Script5 Verlag
Hardcover, 528 Seiten

Inhalt

Die junge Joy lebt in einer Welt, in der die Percents, erschaffene Soldaten für den dritten Weltkrieg, die Weltherrschaft übernommen haben und die Menschheit unterjochen. Joy gehört einer Rebellengruppe an, die versuchen, in dieser Welt frei zu bleiben und zu überleben. Bei einem Einsatz in einem Dorf der Percents wird Joy jedoch gefangen genommen und sogleich einem jungen Percent zugeteilt, für den sie ein Rennen bestreiten soll, was sich als eine Art Menschenjagd herausstellt. In ihrer Gefangenschaft erleidet sie viel Schmerz, gleichzeitig merkt sie aber, dass nicht alle Percents die Unterdrückung der Menschheit befürworten und findet Verbündete und sogar Freunde.

Meine Meinung

Dieses Buch gehörte zu meinen Jahreshighlights 2015. Ich habe zu der Zeit sehr viele Dystopien gelesen, aber diese stach ohne Frage heraus. Das Buch ist grausam, düster und schmerzt. Genau mein Geschmack.

Die Percents werden als „bessere“ Menschen dargestellt, sie sind nicht nur größer, sondern auch stärker und schneller als die Menschen und haben erweiterte Sinne. Gleichzeitig haben sie jedoch eine Schwachstelle: das Sonnenlicht fügt ihrer Haut starke Schmerzen zu, sodass sie sich eine Maschine gebaut haben, Dark Canopy, die den Himmel künstlich verdüstert. Pro Tag gibt es nur wenige Sonnenminuten, sodass über dem Buch eine düstere und dunkle Stimmung liegt, die nicht verfliegt.

Zur Stimmung beigetragen hat auch die Situation von unser Hauptprotagonistin, Joy. Sie ist ein junges Mädchen, welches sich den Rebellen angeschlossen hat und in dieser grausamen Welt nicht zerbrochen ist, sondern stark geblieben ist. Mir hat ihr Charakter unheimlich gut gefallen und für mich persönlich war er – im Vergleich zu vielen anderen Dystopien – ein herausragender Charakter.

Joy wird gefangen genommen und trifft in ihrer Gefangenschaft auf Neél, ein junger Percent, dessen künftiger Rang in der Gemeinschaft der Percents von dem Abschneiden „seiner Sklavin“ Joy in dem oben genannten Rennen abhängt. Dementsprechend trainiert er sie und verbringt viel Zeit mit ihr. Wie sich viele denken können, kommen sich die beiden dabei näher. Dies ist allerdings nicht auf eine plumpe Art und Weise geschehen, sondern sehr langsam, angemessen und vorsichtig. Das hat für mich das Buch unheimlich authentisch gemacht. Die Gefühle werden unheimlich gut und schön beschrieben und bieten einen tollen Kontrast zu dem sonst unglaublich grausamen und gewalttätigen Buch. Es bleibt nicht bei Andeutungen, stattdessen zeigt die Autorin auf, wie die Welt dort wirklich aussieht. Wir erleben viel Schmerz, Leid und Grausamkeit. Verletzungen, Vergewaltigungen und der Tod gehören zum Alltag in diesem Buch. Auch das hat für mich unheimlich zur Authentizität und Stimmung des Buches beigetragen.

Die Geschichte ist gefüllt mit Wendungen, Ereignissen und Spannungen und ein richtiger Höhepunkt ist kaum auszumachen, auch wenn es natürlich auf das Rennen hinausläuft. Besonders gut gefallen hat mir die Tatsache, dass Joy dabei menschlich geblieben ist. Ja, sie hat tagtäglich trainiert und ja, sie ist besser geworden. Die Überlegenheit der Percents ist aber weiterhin zu spüren und aus Joy wird keine „Superwoman“ gemacht, was ich in diesem Genre auch das eine oder andere Mal erlebt habe.

Das Buch endet mit einem Cliffhanger, der so fies und grausam ist, dass er mir mein Herz ein kleines bisschen gebrochen hat. Hätte ich das zweite Buch in meinem Urlaub damals dabei gehabt, hätte ich es sofort gelesen. Zu meiner Schande muss ich aber leider sagen, dass ich den zweiten Teil bis heute nicht gelesen habe und dies wohl auch nicht tun werde, da ich mich selbst gespoilert habe und mit dem Ende wohl nicht so ganz einverstanden sein werde. Ich möchte mir mein Herz nicht noch ein zweites Mal brechen lassen, daher bleibt es für mich bei diesem absolut grandiosen, lesenswerten und emotionsreichen Teil.

Dieses Buch ist – trotz Jugendbuch-Charakter – nichts für schwache Nerven. Gleichzeitig ist es so wunderbar schön und grausam, dass es für mich eines meiner Lieblingsbücher geworden ist. Ich kann es euch nur an euer Herz legen.

Meine Bewertung

5sterne