Rezension: Dark Canopy von Jennifer Benkau

darkcanopy

Informationen rund ums Buch

Dark Canopy von Jennifer Benkau
erschienen im Script5 Verlag
Hardcover, 528 Seiten

Inhalt

Die junge Joy lebt in einer Welt, in der die Percents, erschaffene Soldaten für den dritten Weltkrieg, die Weltherrschaft übernommen haben und die Menschheit unterjochen. Joy gehört einer Rebellengruppe an, die versuchen, in dieser Welt frei zu bleiben und zu überleben. Bei einem Einsatz in einem Dorf der Percents wird Joy jedoch gefangen genommen und sogleich einem jungen Percent zugeteilt, für den sie ein Rennen bestreiten soll, was sich als eine Art Menschenjagd herausstellt. In ihrer Gefangenschaft erleidet sie viel Schmerz, gleichzeitig merkt sie aber, dass nicht alle Percents die Unterdrückung der Menschheit befürworten und findet Verbündete und sogar Freunde.

Meine Meinung

Dieses Buch gehörte zu meinen Jahreshighlights 2015. Ich habe zu der Zeit sehr viele Dystopien gelesen, aber diese stach ohne Frage heraus. Das Buch ist grausam, düster und schmerzt. Genau mein Geschmack.

Die Percents werden als „bessere“ Menschen dargestellt, sie sind nicht nur größer, sondern auch stärker und schneller als die Menschen und haben erweiterte Sinne. Gleichzeitig haben sie jedoch eine Schwachstelle: das Sonnenlicht fügt ihrer Haut starke Schmerzen zu, sodass sie sich eine Maschine gebaut haben, Dark Canopy, die den Himmel künstlich verdüstert. Pro Tag gibt es nur wenige Sonnenminuten, sodass über dem Buch eine düstere und dunkle Stimmung liegt, die nicht verfliegt.

Zur Stimmung beigetragen hat auch die Situation von unser Hauptprotagonistin, Joy. Sie ist ein junges Mädchen, welches sich den Rebellen angeschlossen hat und in dieser grausamen Welt nicht zerbrochen ist, sondern stark geblieben ist. Mir hat ihr Charakter unheimlich gut gefallen und für mich persönlich war er – im Vergleich zu vielen anderen Dystopien – ein herausragender Charakter.

Joy wird gefangen genommen und trifft in ihrer Gefangenschaft auf Neél, ein junger Percent, dessen künftiger Rang in der Gemeinschaft der Percents von dem Abschneiden „seiner Sklavin“ Joy in dem oben genannten Rennen abhängt. Dementsprechend trainiert er sie und verbringt viel Zeit mit ihr. Wie sich viele denken können, kommen sich die beiden dabei näher. Dies ist allerdings nicht auf eine plumpe Art und Weise geschehen, sondern sehr langsam, angemessen und vorsichtig. Das hat für mich das Buch unheimlich authentisch gemacht. Die Gefühle werden unheimlich gut und schön beschrieben und bieten einen tollen Kontrast zu dem sonst unglaublich grausamen und gewalttätigen Buch. Es bleibt nicht bei Andeutungen, stattdessen zeigt die Autorin auf, wie die Welt dort wirklich aussieht. Wir erleben viel Schmerz, Leid und Grausamkeit. Verletzungen, Vergewaltigungen und der Tod gehören zum Alltag in diesem Buch. Auch das hat für mich unheimlich zur Authentizität und Stimmung des Buches beigetragen.

Die Geschichte ist gefüllt mit Wendungen, Ereignissen und Spannungen und ein richtiger Höhepunkt ist kaum auszumachen, auch wenn es natürlich auf das Rennen hinausläuft. Besonders gut gefallen hat mir die Tatsache, dass Joy dabei menschlich geblieben ist. Ja, sie hat tagtäglich trainiert und ja, sie ist besser geworden. Die Überlegenheit der Percents ist aber weiterhin zu spüren und aus Joy wird keine „Superwoman“ gemacht, was ich in diesem Genre auch das eine oder andere Mal erlebt habe.

Das Buch endet mit einem Cliffhanger, der so fies und grausam ist, dass er mir mein Herz ein kleines bisschen gebrochen hat. Hätte ich das zweite Buch in meinem Urlaub damals dabei gehabt, hätte ich es sofort gelesen. Zu meiner Schande muss ich aber leider sagen, dass ich den zweiten Teil bis heute nicht gelesen habe und dies wohl auch nicht tun werde, da ich mich selbst gespoilert habe und mit dem Ende wohl nicht so ganz einverstanden sein werde. Ich möchte mir mein Herz nicht noch ein zweites Mal brechen lassen, daher bleibt es für mich bei diesem absolut grandiosen, lesenswerten und emotionsreichen Teil.

Dieses Buch ist – trotz Jugendbuch-Charakter – nichts für schwache Nerven. Gleichzeitig ist es so wunderbar schön und grausam, dass es für mich eines meiner Lieblingsbücher geworden ist. Ich kann es euch nur an euer Herz legen.

Meine Bewertung

5sterne

Ein Gedanke zu „Rezension: Dark Canopy von Jennifer Benkau“
  1. Das Buch klingt wirklich spannend und ich finde es gut, wenn diese Dystopie mal etwas „realer“ und nicht so klischeehaft wie „Normale Bürgerin schließt sich einem Rebellen an und verliebt sich sofort in ihn etc“. Solche hängen mir irgendwie solangsam zum Hals raus.
    Ich fange heute mit Gelöscht von Teri Terry an und bin da mal gespannt, ob das auch so klischeebehaftet ist… Ich hoffe mal nicht :D
    Ist ja blöd, dass du jetzt schon weißt, wie das zweite Buch dazu endet und das dir jetzt die Lust genommen hat das Buch zu lesen :( Aber dann musst dir selbst ein perfektes Ende ausdenken :P