Rezension: Zero von Marc Elsberg

zero

ZERO – Marc Elsberg
erschienen im Random House Audio Verlag
ungekürzte Version, 13 Stunden 22 Minuten
Vielen Dank an das Bloggerportal für das Rezensionsexemplar!

Die Handlung

Eine Drohne schafft es, den Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika in seinem Urlaub schutzlos aufzuspüren und – trotz etlicher Abwehrmechanismen und Bodyguards – zu folgen. Hiermit beginnnt unsere Geschichte, in der wir – in altbekannter Marc Elsberg Manier – verschiedene Personen verfolgen. Die Hauptgeschichte dreht sich jedoch um Cynthia Bonsant, eine Journalistin beim Londoner Daily, die bislang mit Technik nicht viel am Hut hatte. Der Vorfall rund um den Präsidenten der USA rüttelt selbst sie jedoch wach. Zeitgleich stirbt ein Freund ihrer Tochter, während er eine sogenannte Datenbrille trägt. Cynthia beginnt deshalb, über soziale Netzwerke, Datenbrillen und Datenverwertung zu recherchieren. Hier trifft sie auf das soziale Netzwerk „Freemee“, welches die Daten seiner Nutzer sammelt und analysiert und hierauf sodann Erfolgsratschläge erteilt. Ihre eigene Tochter ist begeisterte Nutzerin von Freemee und die Tatsache, dass die Nutzer selbst über die Weitergabe der gesammelten Daten entscheiden dürfen, führt zu wachsenden Mitgliederzahlen und vielen Befürwortern. Nur einer scheint vor Freemee zu warnen – ZERO, ein Online-Aktivist, der für den Vorfall mit der Drohne verantwortlich ist. Je mehr Cynthia aber in diese Welt eintaucht, desto gefährlicher wird es auch für sie.

Meine Meinung

Ich durfte das Hörbuch zum Rezensieren hören und habe es in einem Zug verschlungen. Ich war bereits von Black Out sehr begeistert und auch schon das neue Buch von Marc Elsberg, „Helix“, steht schon bei mir im Bücherregal. Ich habe mir daher eigentlich schon gedacht, dass mir dieses Buch gefallen wird.

Zunächst finde ich es toll, dass wieder Steffen Groth das Hörbuch gelesen hat – ihn kennen wir schon vom Black Out Hörbuch. Seine Stimme und Erzählweise passt super zu der rasanten Erzählweise von Marc Elsberg. Das Buch ist durchgängig aktionreich. Wir erleben wirklich keine längeren Pausen oder unnötige Längen. Die Geschichte ist spannend, mitreißend und auch wenn zwischendurch immer wieder kleinere Einschübe dabei sind, die hauptsächlich zur Information über bestimmte Vorgänge dienen, bleibt dies auch durchweg so.

Marc Elsber schreibt allgemein Thriller, die wahnsinnig gut recherchiert sind und immer einen sehr komplexen wahren Bezug haben. Ich glaube, ich habe in meinem Leben noch nie so viel über Strom gelernt, als zu der Zeit, in der ich Black Out gehört habe und so war es auch hier. Das Buch ist voll von reichlichen Zusatzinformationen rund um die Datensammlung und Datenanalyse und wird dabei aber nicht trocken oder langweilig. Dieser tatsächliche – und auch sehr aktuelle – Bezug hat mir wieder unheimlich gut gefallen und das ist auch eine der Charakteristika, die die Bücher von Marc Elsber zu etwas Besonderen machen. Ich habe beim Lesen auf jeden Fall das Gefühl gehabt, der Autor weiß, wovon er redet.

Das Buch wird zunehmend unheimlicher – anfangs ist man, ebenso wie die Protagonistin, noch sehr aufgeschlossen und positiv gegenüber Freemee und der Datenverwertung gestimmt –  warum auch nicht? Die Datennutzung bietet einem selbst auch viele Vorteile, die auch unsere Protagonistin schnell kennenlernt und nuzt. tIrgendwann merkt man jedoch, was genau man alles preis gibt und was Unternehmen damit anstellen können. Die Stimmung wird immer düsterer, gefährlicher und unheimlicher. Ein Satz kommt immer wieder vor, der wirklich toll passt: „Willkommen in Paranoia“. Das Buch endet dann in einem großen Finale, was wieder herrlich aktionreich geschrieben wurde, auch wenn es ein wenig dick aufgetragen war.

Teilweise war es dann wie gesagt ein bisschen zu groß aufgetragen und die Zufälle, die Cynthia umgeben haben und in verschiedene Situationen gebracht haben, waren teilweise etwas unglaubwürdig. Aber dafür ist Fiktion ja schließlich da. Mich hat es jedenfalls nicht gestört, auch wenn das öfters ein Kritikpunkt in den Rezensionen war, die ich gelesen habe.

Cynthia hat mir als Person wieder sehr gut gefallen – genauso wie ihre Tochter Viola. Marc Elsberg schreibt meines Erachtens sehr bodenständige, leicht zu verstehende und sympathische Personen, deren Handlungen und Gedanken man sehr gut nachvollziehen kann.

Mit Zero hat Marc Elsberg wieder einen fulminanten Thriller geschaffen, der insbesondere durch seine herausragende Recherche und die aktuellen Bezüge glänzt. Einen Mini-Punkt Abzug gibt es für das kleine bisschen „Too-Much“, ohne das das Buch meines Erachtens auch so hervorragend ausgekommen wäre.

Insgesamt eine absolute Leseempfehlung bzw. Hörempfehlung von mir!

45sterne
4,5 von 5 Sterne

Rezension: The Cage – Entführ von Megan Shepherd

thecage

The Cage von Megan Shepherd
erschienen im Heynefliegt Verlag
broschiert, 464 Seiten

Die Handlung

In dem einen Moment sitzt die 16jährige Cora noch zusammen mit ihrem Bruder im Auto auf dem Weg zu ihren Eltern – im nächsten Moment wacht sie in einer mysteriösen Wüste auf. Für Cora gibt es nur eine Erklärung: sie wurde entführt. Ihre neue Umgebung stellt sich als höchst merkwürdig heraus, denn direkt neben der Wüste befindet sich ein Wald, eine kleine Mini-Stadt, ein Meer und weitere Landschaften.  Cora findet schnell heraus, dass sie in einer Art Riesen-Käfig festgehalten wird.

Und Cora ist nicht allein – mit ihr zusammen wurden vier weitere Jugendliche – ein Mädchen und drei Jungs – entführt. Keiner kann sich erklären, wer dahinter steckt, bis ein junger, hübscher Mann namens Cassian auftaucht, den Cora aus einem Traum zu kennen scheint.

Meine Meinung

Ich muss sagen, ich bin ein bisschen zwiegespalten. Als erstes möchte ich gerne loswerden, dass ich irgendwie etwas komplett anderes erwartet habe. Ich habe nicht allzu viele Rezensionen hierzu gelesen, aber die Thematik, die in diesem Buch steckt, habe ich aus keiner herauslesen können und die möchte auch ich euch nicht verraten, da es durchaus einen kleinen Überraschungsmoment darstellt. So viel vorab: Das, was sich relativ schnell ergibt, ist es dann auch ;) Vielleicht hilft es euch dabei, euch besser auf die Geschichte einzulassen.

Gleichzeitig hat das bei mir dazu geführt, dass ich fest damit gerechnet habe, dass die Thematik nur vorgespielt ist und am Ende jemand sagt: „Überraschung! Das war alles nur vorgetäuscht – eigentlich ist alles hier ganz real„.

Das hat – denke ich – meine Meinung über das Buch allerdings nicht wirklich beeinflusst.  Wie gesagt, ich möchte euch nicht verraten, worum es in diesem Buch geht, da man am Anfang genauso ahnungslos ist wie Cora und das ist auch gut so, da dies sehr zur Stimmung des Buches beiträgt.

Die Thematik an sich finde ich unglaublich spannend. Sie enthält meiner Meinung nach sehr viel Potential, das allerdings nicht so richtig seitens der Autorin ausgeschöpft wurde. Die Idee ist, wie gesagt, klasse, die verschiedenen Personengruppe, die auftreten, ebenfalls. Das World-Building an sich ist damit gut gelungen.  Aber irgendwie ist mir die Systematik im Großen und Ganzen nicht ganz klar geworden: Wo genau befinden wir uns jetzt? Was für verschiedene Personengruppen gibt es? Was ist der allgemeine Sinn dahinter?

Mir war nicht wirklich klar, wie ich das ganze Setting zu verstehen habe. Vielleicht folgen in den nächsten Büchern noch ein paar weitere Erklärungen – insbesondere zu Hierachien, verschiedenen Lebensgewohnheiten, etc. In diesem Teil war mir das irgendwie zu wenig und gleichzeitig zu viel Neues, das auf einen hereingeprasselt ist, ohne eine entsprechende Erklärung zu liefern.

Ein weiterer großer – vielleicht auch der größte – Kritikpunkt waren die Charaktere. Wir beginnen mit Cora, die auch im gesamten Buch unsere Hauptperson bleibt. Cora ist so, wie wir uns eine Romanheldin vorstellen. Voller Tatendrang, ein Hang zur Selbstaufopferung usw. Ihr kennt das ja. Für mich war sie nichts Besonderes. Gleichzeitig gibt es aber immer wieder Kapitel aus der Sicht von weiteren Personen: der nette Lucky, der Nerd Rolf, das asiatische Model Nok und der Kleinkriminelle Leon. Die Charaktere – Cora eingenommen – sind alle nicht wirklich sympathisch. Zwar wird Lucky z.B. sehr darauf getrimmt, für den Leser sympathisch zu wirken – das ging bei mir aber eher nach hinten los.

Mit unsympathischen Personen an sich kann ich zwar durchaus leben, allerdings waren auch die Handlungen und Denkweisen der Personen sehr merkwürdig bis teilweise wirklich gar nicht nachvollziehbar. Die fünf Jugendliche haben sich in einer Art und Weise verhalten, die angesichts der Situation, in der sie stecken, so unglaubwürdig war, dass ich oft gedanklich den Kopf geschüttelt habe. Auch hatte ich ab und zu das Gefühl, hier handeln keine sechzehn- bis achtzehnjährige Personen, sondern eher Zwölfjährige, was in manchen Situationen sehr merkwürdig wurde.

Ein Charakter dagegen ist sehr interessant geblieben und auf seine weitere Entwicklung freue ich mich schon sehr: Cassian. Man erfährt nicht sehr viel über seine Beweggründe. Er bleibt damit für den Leser ein großes Mysterium über den man aber gleichzeitig viel viel mehr wissen möchte.

Auch muss ich der Geschichte zugute halten, dass der Schreibstil sehr flüssig und angenehm ist. Das Buch enthält viele Spannungen, überraschende Wendungen und regt immer wieder zum Weiterlesen an. Ein Pageturner war es für mich zwar nicht, aber unnötige Längen findet man hier glücklicherweise nicht.

Insgesamt hat mir das Buch ganz gut gefallen. Es gehört nicht zu den Büchern, die ich ausnahmslos sofort weiter empfehlen würde – aber der richtigen Zielgruppe wird es sicherlich sehr gut gefallen. Ich werde die Reihe auch weiterverfolgen – hauptsächlich wegen Cassian.

Meine Bewertung

35sterne

3,5 von 5 Sterne

Lesemonat Oktober

lesemonatoktober

Hallo ihr Lieben :)
Auf meinem Youtube-Kanal ist soeben mein Lesemonat für den Oktober online gegangen. Ich habe insgesamt 7 Bücher gelesen und durchschnittlich ca. 4 Sterne vergeben. Ich habe folgenden Bücher gelesen:

  1. Red Rising, Tag der Entscheidung von Pierce Brown
  2. Die Herren der grünen Insel (als Hörbuch) von Kiera Brennan
  3. Die Insel der besonderen Kinder von Ransom Riggs
  4. Angelfall von Susan Ee
  5. Weltengestöber, Hexenkrone 1 von Verena V. Biernacki
  6. Unter den drei Monden von Ewa A.
  7. Der geheime Zirkel, Gemmas Visionen von Libba Bray

Wenn ihr gerne mehr über Meinung über diese Bücher erfahren wollt, könnt ihr euch natürlich gern die Rezensionen auf diesem Blog durchlesen oder auf meinem Kanal vorbeischauen <3

 

Rezensension: Angelfall von Susan Ee

angelfall

Angelfall von Susan Ee
erschienen im Heyne Verlag
Hardcover, 400 Seiten

Die Handlung

In Angelfall begleiten wir die junge Penryn, die in einer Welt lebt, die von Engeln zerstört wurde, als diese auf die Erde kamen. Penryn schlägt sich seitdem mit ihrer jungen, gelähmten Schwester und ihrer leicht verrückten Mutter durch die Straßen, um irgendwie zu überleben. Bei einem ihrer Streifzüge auf der Suche nach Essen kommt die kleine Familie ein paar Engeln in die Quere, die gerade dabei sind, einem der ihren die Flügel abzutrennen. Penryn unterbricht diesen Kampf und als Racheakt entführen die Engel ihre kleine Schwester Paige. Penryn bleibt mit dem gefallenen Engel Raffe zurück, der ihr nun helfen soll, das Hauptquartier der Engel – und damit auch Paige – wiederzufinden.

Meine Meinung

Ich hatte unglaublich hohe Erwartungen an dieses Buch, da ich von so so vielen gehört habe, dass es wirklich gut sein soll. Schon vorab kann ich euch sagen, dass meine Erwartungen nicht enttäuscht wurden.

Uns wird schnell klar, was passiert ist: die Engel sind auf die Erde gekommen und haben dort alles in Schutt und Asche gelegt. Die Überlebenden bekämpfen sich gegenseitig, um an Nahrung, Schutz und Unterkünfte zu kommen. Die Welt ist im Prinzip unsere eigene Welt, sodass man sich schnell zurecht findet.

Die Charaktere haben mir persönlich sehr gut gefallen. Penryn ist ein mini-bisschen 0815, wie es häufig bei den typischen Dystopien-Heldinnen ist, das störte mich aber nicht weiter. Auch Raffe, unser männlicher Protagonist ist ein bisschen 0815, aber auch das hat mich nicht gestört.

Die Geschichte lebt meiner Ansicht nach nämlich von etwas ganz anderem: Zum einen haben wir sehr interessante Nebencharaktere, wie z.B. die Mutter von Penryn. Zuerst dachte ich, sie wäre eine Mutter a lá Panem, zum Allein-Überleben unfähig. Ich wurde allerdings schnell eines besseren belehrt. Die Mutter von Penryn ist ein bisschen verrückt und in der ersten Szene, in der sich das zeigt, war ich total überrascht und schockiert und irgendwie auch ein wenig belustigt. Auch Paige, die Schwester von Penryn, wirkt anfangs wie eine Primrose Everdeen. Lieb, nett, kann keinem Lebewesen etwas zuleide tun. Und auch dieser Eindruck hat sich nicht wirklich bei mir bestätigt. An dieser Stelle bin ich übrigens auch sehr gespannt auf die Fortsetzung der Geschichte.

Dann lebt die Geschichte von der Düsterkeit. Wie ihr wisst, liebe ich düstere Dystopien. Umso mehr habe ich mich gefreut, dass neben den Engeln noch ein weiterer Aspekt mit Einklang gefunden hat, den ich wahnsinnig gruselig und interessant finde. Und auch hier freue ich mich natürlich auf die Fortsetzung und denke auch, dass wir dort noch einiges mehr dazu erfahren werden. Um was genau es geht, möchte ich euch natürlich nicht verraten. Mich persönlich hat es aber sehr positiv überrascht, dass neben dem Kampf der Engel gegen die Menschen noch ein weiteres Element dazu gekommen ist.

Das Buch lässt sich super schnell weglesen, was zum einen auch an dem Schreibstil liegt. Der ist schön locker, flockig, nicht zu kompliziert aber auch nicht zu oberflächlich. Das hat die Autorin auf jeden Fall gut drauf. Außerdem schreitet die Geschichte im Prinzip dauerhaft voran. Ich habe eigentlich keine Längen festgestellt. Es ging immer irgendwie weiter und nirgendwo wurde das Buch unnötig in die Länge gezogen.

Eine kleine Überraschung im Buch habe ich persönlich gleich zu Anfang geahnt – ich denke auch, dass man da durchaus schnell von selbst darauf kommen kann. Für alle, die es nicht geahnt haben, war es aber sicherlich ein richtig netter kleiner Wow-Effekt. Auch sonst haben wir einige tolle Wendungen im Buch und irgendwie nimmt es ganz andere Ausmaße und Richtungen an, als man von Anfang an ahnt. Das hat das Buch für mich ganz besonders gemacht – es war eben keine 0815-Dystopie, die nach dem gleichen Muster verläuft, sondern hat ihre eigene Geschichte, die sich erst nach und nach ergibt.

Für mich war dieses Buch ein ganz toller Auftakt, der mich überraschen und begeistern konnte. Ich hatte mir ursprünglich erst das Hardcover geholt, da es mir etwas besser gefiel, als die Taschenbücher. Die Reihe wird allerdings nur als Taschenbuch fortgesetzt, sodass ich mir jetzt alle Taschenbücher kaufen werde.

Meine Bewertung

45sterne4,5 von 5 Sternen