Rezensension: Angelfall von Susan Ee

angelfall

Angelfall von Susan Ee
erschienen im Heyne Verlag
Hardcover, 400 Seiten

Die Handlung

In Angelfall begleiten wir die junge Penryn, die in einer Welt lebt, die von Engeln zerstört wurde, als diese auf die Erde kamen. Penryn schlägt sich seitdem mit ihrer jungen, gelähmten Schwester und ihrer leicht verrückten Mutter durch die Straßen, um irgendwie zu überleben. Bei einem ihrer Streifzüge auf der Suche nach Essen kommt die kleine Familie ein paar Engeln in die Quere, die gerade dabei sind, einem der ihren die Flügel abzutrennen. Penryn unterbricht diesen Kampf und als Racheakt entführen die Engel ihre kleine Schwester Paige. Penryn bleibt mit dem gefallenen Engel Raffe zurück, der ihr nun helfen soll, das Hauptquartier der Engel – und damit auch Paige – wiederzufinden.

Meine Meinung

Ich hatte unglaublich hohe Erwartungen an dieses Buch, da ich von so so vielen gehört habe, dass es wirklich gut sein soll. Schon vorab kann ich euch sagen, dass meine Erwartungen nicht enttäuscht wurden.

Uns wird schnell klar, was passiert ist: die Engel sind auf die Erde gekommen und haben dort alles in Schutt und Asche gelegt. Die Überlebenden bekämpfen sich gegenseitig, um an Nahrung, Schutz und Unterkünfte zu kommen. Die Welt ist im Prinzip unsere eigene Welt, sodass man sich schnell zurecht findet.

Die Charaktere haben mir persönlich sehr gut gefallen. Penryn ist ein mini-bisschen 0815, wie es häufig bei den typischen Dystopien-Heldinnen ist, das störte mich aber nicht weiter. Auch Raffe, unser männlicher Protagonist ist ein bisschen 0815, aber auch das hat mich nicht gestört.

Die Geschichte lebt meiner Ansicht nach nämlich von etwas ganz anderem: Zum einen haben wir sehr interessante Nebencharaktere, wie z.B. die Mutter von Penryn. Zuerst dachte ich, sie wäre eine Mutter a lá Panem, zum Allein-Überleben unfähig. Ich wurde allerdings schnell eines besseren belehrt. Die Mutter von Penryn ist ein bisschen verrückt und in der ersten Szene, in der sich das zeigt, war ich total überrascht und schockiert und irgendwie auch ein wenig belustigt. Auch Paige, die Schwester von Penryn, wirkt anfangs wie eine Primrose Everdeen. Lieb, nett, kann keinem Lebewesen etwas zuleide tun. Und auch dieser Eindruck hat sich nicht wirklich bei mir bestätigt. An dieser Stelle bin ich übrigens auch sehr gespannt auf die Fortsetzung der Geschichte.

Dann lebt die Geschichte von der Düsterkeit. Wie ihr wisst, liebe ich düstere Dystopien. Umso mehr habe ich mich gefreut, dass neben den Engeln noch ein weiterer Aspekt mit Einklang gefunden hat, den ich wahnsinnig gruselig und interessant finde. Und auch hier freue ich mich natürlich auf die Fortsetzung und denke auch, dass wir dort noch einiges mehr dazu erfahren werden. Um was genau es geht, möchte ich euch natürlich nicht verraten. Mich persönlich hat es aber sehr positiv überrascht, dass neben dem Kampf der Engel gegen die Menschen noch ein weiteres Element dazu gekommen ist.

Das Buch lässt sich super schnell weglesen, was zum einen auch an dem Schreibstil liegt. Der ist schön locker, flockig, nicht zu kompliziert aber auch nicht zu oberflächlich. Das hat die Autorin auf jeden Fall gut drauf. Außerdem schreitet die Geschichte im Prinzip dauerhaft voran. Ich habe eigentlich keine Längen festgestellt. Es ging immer irgendwie weiter und nirgendwo wurde das Buch unnötig in die Länge gezogen.

Eine kleine Überraschung im Buch habe ich persönlich gleich zu Anfang geahnt – ich denke auch, dass man da durchaus schnell von selbst darauf kommen kann. Für alle, die es nicht geahnt haben, war es aber sicherlich ein richtig netter kleiner Wow-Effekt. Auch sonst haben wir einige tolle Wendungen im Buch und irgendwie nimmt es ganz andere Ausmaße und Richtungen an, als man von Anfang an ahnt. Das hat das Buch für mich ganz besonders gemacht – es war eben keine 0815-Dystopie, die nach dem gleichen Muster verläuft, sondern hat ihre eigene Geschichte, die sich erst nach und nach ergibt.

Für mich war dieses Buch ein ganz toller Auftakt, der mich überraschen und begeistern konnte. Ich hatte mir ursprünglich erst das Hardcover geholt, da es mir etwas besser gefiel, als die Taschenbücher. Die Reihe wird allerdings nur als Taschenbuch fortgesetzt, sodass ich mir jetzt alle Taschenbücher kaufen werde.

Meine Bewertung

45sterne4,5 von 5 Sternen

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