Rezension & Verlosung: Ein Meer aus Tinte und Gold von Traci Chee

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Ein Meer aus Tinte und Gold – Traci Chee
Hardcover, 480 Seiten
erschienen im Carlsen Verlag

Auf meinem Youtube-Kanal läuft derzeit ein Gewinnspiel zu diesem Buch. Das Video findet ihr am Ende dieses Posts. Ich bedanke mich sehr bei dem Carlsen Verlag für das Bereitstellen der Bücher!

Der Inhalt

Ein Meer aus Tinte und Gold spielt in einem Land, in dem keine Bücher existieren und es das Lesen und das Schreiben nicht gibt. In dieser Welt lebt die junge Sefia. Ursprünglich lebte sie mit ihren Eltern abgeschieden in einem kleinen Haus, aber seitdem erst ihre Mutter gestorben ist und nun auch ihr Vater auf grausame Weise ermordet wurde, ist sie zusammen mit ihrer Tante Nin auf der Flucht. Denn Sefia hat etwas sehr Wertvolles und Geheimnisvolles im Gepäck: ein Buch!

Als dann auch ihre Tante entführt wird und Sefia genau mit ansehen kann, wer die Entführer sind, entschließt sie sich, diese zu verfolgen um ihre Tante zu befreien. Dabei trifft sie auf einen Jungen, der von Männern gefangen gehalten wird, die irgendetwas mit dem Buch zu tun haben scheinen. Sefia befreit ihn und beide schließen Freundschaft, was nicht allzu leicht ist, da Archer – so nennt Sefia ihn – nicht mehr spricht. Beide machen sich zusammen auf die Suche nach Sefias Tante und versuchen, das Geheimnis des Buches zu ergründen.

Meine Meinung

Das Buch ist unglaublich liebevoll und besonders gestaltet. Das Zeichen, was sich unter dem Schutzumschlag auf dem richtigen Cover verbirgt ist auch das Zeichen, welches das Buch in der Geschichte trägt. Man hat das Gefühl, man hat das Buch von Sefia selbst in der Hand. Auch die Seiten sind unheimlich aufwendig gestaltet. Immer wieder sind Passagen dabei, die dunklere Seiten haben und „alt“ aussehen, was daran liegt, dass Sefia immer wieder Geschichten aus dem Buch vorliest, die wir als Leser dann selber ebenfalls lesen können. Auch verblassen ganze Wörter und Sätze an einigen Stellen. Die Beschreibung der Leiche ihres Vaters ist schwarz übermalt, sodass wir anfangs nicht lesen können, was genau mit ihm passiert ist. Ich empfehle euch auch, sich die Seitenzahlen am Ende jeder Seite einmal genauer anzuschauen. Auch dort gibt es etwas zu entdecken.

Insgesamt merkt man einfach, dass hier jemand am Werk war, der sich unheimlich viele Gedanken gemacht hat und Seite für Seite einzelnd gestaltet hat. Das hat mich unheimlich begeistert.

Auch die Geschichte selbst konnte mich absolut überzeugen! Ich habe noch kein Buch gelesen, dass in die gleiche Richtung ging. Wir begegnen sehr vielen unterschiedlichen Personengruppen. Dabei sind Piraten, eine Jägerin, die so etwas wie eine Assassine ist, und sogar Magier. Es gibt auch eine geheimnisvolle Bibliothek, die in einer Welt ohne Bücher sehr außergewöhnlich erscheint. Anfangs weiß man gar nicht, wie all diese Sachen zusammen hängen – später offenbart sich dann aber der eine oder andere Zusammenhang.

Die Personen sind toll gestaltet – Sefia und Archer haben mir beide sehr gefallen. Es gab eine einzige Stelle, bei der ich ein wenig genervt von Sefia war, ansonsten war sie aber ein tolles und sympathisches mutiges junges Mädchen. Und auch Archer, der sich nur schwer ausdrücken kann, schließt man schnell in sein Herz.

Sefia merkt im Laufe des Buches, dass sie etwas Besonderes ist. Wenn sie Gegenstände und Menschen genau ansieht, erkennt sie goldene Fäden um sie herum, denen sie folgen, die sie aber auch beeinflussen kann. Ich denke, dies hat auch zum Titel des Buches beigetragen, der wirklich ganz hervorragend passt. Diesen Aspekt fand ich unheimlich interessant und ich möchte so gern mehr darüber erfahren – denn zum Glück ist dieses Buch erst der Auftakt zu einer Reihe, ich meine eine Trilogie.

Viele Fragen werden beantwortet, einige bleiben jedoch offen. Ich habe die 480 Seiten verschlungen und wer fantastische Geschichten mag, die liebevoll gestaltet sind, sollte sich dieses Buch nicht entgehen lassen!

Meine Bewertung

45sterne

Rezension: Black Dagger – Vishous & Jane von J.R. Ward

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Black Dagger – Vishous & Jane von J.R. Ward
Taschenbuch, 736 Seiten
erschienen im Heyne Verlag

Die Handlung
In dem fünften Doppelband der Black Dagger Reihe erfahren wir mehr über den Vampir Vishous, auch V genannt. Auch er gehört der Bruderschaft an und trägt eine sehr düstere Vergangenheit mit sich herum, die sein Handeln tagtäglich bestimmt. Als er eines Nachts bei einem Lesser-Angriff unter merkwürdigen Umständen angeschossen wird, kommt er in ein Krankenhaus, in dem die junge Ärztin Jane gerade Dienst hat. Sie operiert ihn und ist direkt von ihm fasziniert, da sein Herz und auch seine Art ihr sehr merkwürdig erscheint.
Und auch Vishous fühlt sich sofort mit ihr verbunden und merkt, dass sich sein Leben, sein Denken und seine Gefühle mit einem Schlag verändert haben. Er nimmt sie mit – zunächst nur, damit sie sich um ihn kümmert, bis er wieder vollständig genesen ist. Währenddessen entwickelt sich aber etwas anderes zwischen den beiden, was weit über das Patienten-Arzt-Verhältnis hinausgeht.
Aber die Vergangenheit von Vishous holt ihn plötzlich ein und bestimmt ihm eine festgelegte Zukunft, in der Jane keine Rolle spielen kann und darf…
Meine Meinung
Als erstes möchte ich sagen, dass mir die Cover der Neuauflage unheimlich gut gefallen. Sie sind deutlich stilvoller und ansprechender als die früheren Cover und machen unheimlich Lust auf die Bücher.
Ich war auf die Geschichte von Vishous – und natürlich auch auf die weitergehende Geschichte der Bruderschaft – sehr gespannt. Vishous ist ein sehr vielseitiger und düsterer Charakter mit Zügen, die nicht unbedingt dem „Main-Stream“ gefallen könnte. Dies merkt man gleich zu Anfang und wird auch durch das Nachwort der Autorin bestärkt, die wohl erst überlegt hatte, einige Passagen abzuändern bzw. auszulassen. In meinen Augen hat ihn aber gerade das noch deutlich interessanter gemacht und seine Person sehr vielseitig gemacht. Er ist eben kein typischer Mainstream-Held und genau dadurch setzt sich die Autorin auch ab. Ich persönlich finde es gut, dass sie die Passagen drin gelassen hat, da man so auch den Wandel, den während der Geschichte durchmacht, deutlich besser mitbekommt und versteht.
Auch Jane ist ein wirklich erfrischender Charakter, der einerseits sehr wissenschaftlich veranlagt ist, gleichzeitig aber auch emotional stabil und stark ist. Sie bringt frischen Wind in die Geschichte und sie ist jemand, dem man gleich sympathisch findet. Sie ist dabei kein kleines Mädchen, dass verängstigt darauf wartet, dass man es rettet, sondern nimmt die Sache selbst in die Hand und stellt sich den neuen Herausforderungen. Jane hat mir sehr gut gefallen und ich finde, dass sie ein tolles Gegenstück zu Vishous ist. Beide harmonieren sehr sehr gut.
Wir erleben im Buch mehrere Rückblicke in Vishous Vergangenheit, die sehr grausam und augenöffnend zugleich sind. Wir erfahren mehr über seine Beziehung zu seinem Vater und die Schwierigkeiten, die er durchleben musste. Wir erfahren auch, warum er so aussieht, wie er eben heute aussieht und was dies mit ihm angerichtet hat.
Gleichzeitig hatte ich ein wenig das Gefühl, dass die Autorin einige Schwierigkeiten mit ihm hatte und schnell die Handlung wieder von ihm weggeführt hat. Die Szenen aus der Vergangenheit waren zwar durchaus ausführlich, aber insbesondere die Szenen, die er „heute“ nicht mit Jane verbracht hat, fiel der Autorin glaube ich etwas schwer. Das hat sich auch mit dem Nachwort der Autorin ein bisschen bestätigt. Dafür gab es von mir einen kleinen Punkt Abzug, denn das wäre meiner Meinung nach gar nicht nötig gewesen.
Natürlich erfahren wir auch einiges über die Protagonisten des nächsten Buchs, welches sich um Phury und Cormis drehen wird, auf das ich mich auch schon sehr freue. Und natürlich erleben wir auch, wie die Bruderschaft sich weiter entwickelt und treffen alte Bekannte wieder, die selbstredend ebenfalls Teil dieses Buches sind. Die Mischung hat mir persönlich sehr zugesagt – dadurch blieb das Buch durchweg spannend und wies so gut wie keine Längen auch, auch wenn man einige Charaktere natürlich lieber mag, als andere.
Für Fans der Black Dagger Reihe ist dieses Buch definitiv ein Muss!

 

Meine Bewertung

Rezension: Extinction von Kazuaki Takano

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Extinction – Kazuaki Takano
erschienen im Penguin Verlag
Taschenbuch, 560 Seiten

Die Handlung 
In Extinction begleiten wir u.a. den Ex-Soldaten Jonathan Yeager, der mittlerweile für ein privates Sicherheitsunternehmen arbeitet. Er erhält einen Auftrag der amerikanischen Regierung, die im Kongo stattfinden soll. Bei einem Pygmäenstamm soll ein tödliches Virus ausgebrochen sein, sodass sämtliche infizierte Personen getötet werden sollen.
Yeager und seine Kameraden machen sich auf den Weg und merken schnell, das dies nur ein Vorwand war und die Operation zur Beseitigung eines 3-jährigen Jungen dient, der mit seinen jungen Jahren schon eine Intelligenz besitzt, die die eines Erwachsenen Menschen bereits weit übersteigt.
Yeager und sein Team entschließen sich, den Jungen vor der Auslöschung zu bewahren und eine gnadenlose Jagd beginnt.
Zeitgleich bekommt der junge Kento Koga von seinem verstorbenen Vater unter mysteriösen Umständen den Auftag, ein Medikament gegen eine tödliche Lungenkrankheit zu entwickeln – eine Krankheit, an der auch Yeager’s Sohn leidet..
Meine Meinung
Wir begleiten nicht nur Yeager und Koga sondern erfahren auch viel über weitere Personen, die mit der Operation zusammenhängen. Dabei sehen wir nicht nur unsere „gute“ Seite, sondern auch die Seite derjenigen, die die Beseitigung des Jungen angeordnet haben.
Das hat mir persönlich unheimlich gut gefallen. Ich mag Thriller und Bücher, die aus verschiedenen Gesichtspunkten beschrieben werden. Das trägt unheimlich zur Spannung bei.
Alle verschiedenen Geschichten hängen natürlich zusammen, einige Zusammenhänge offenbaren sich jedoch erst gegen Ende. Das Buch ist relativ lang und trotzdem kommt es ohne unnötige Längen aus. Ein ganz großer Pluspunkt bekommt das Buch für die ganzen Hintergrundinformationen. Das Buch wurde – meine ich –  vor dem Hintergrund der Ebola-Krise geschrieben. Hierzu werden Informationen eingeflossen. Auch zum Konflikt im Kongo gibt es zahlreiche Informationen, die unheimlich spannend und interessant- und natürlich auch grausam sind.
Allgemein ist das Buch sehr grausam. Das ist natürlich dem Kriegsgebiet geschuldet, in dem sich unsere Handlung abspielt. Aber gleichzeitig schafft es der Autor auch, die Grausamkeit von Menschen, die sich und ihre Spezies als bedroht ansehen, darzustellen.
Der zweite große Handlungskomplex rund um Kento war teilweise sehr sehr wissenschaftlich, sodass ich – ohne Vorkenntnisse in dem Bereich – teilweise gar nichts verstanden habe. Die Passagen waren zum Glück aber nur kurz und die weniger technischen Wiederholungen und Zusammenfassungen haben es dann doch wieder verständlich gemacht.
Mich hat das Buch durchweg gut unterhalten. Einen kleinen Minuspunkt gibt es von mir für die teilweise etwas zu kurz geratenen Charakterentwicklungen. Yeager wird sehr ausführlich beschrieben – insbesondere aber seine drei Kameraden kommen ein wenig zu kurz. Hier hätte ich mir noch mehr Tiefgang gewünscht.
Insgesamt kann ich das Buch aber absolut empfehlen – und zwar nicht nur Thriller-Fans, denn ich selbst würde mich auch nicht als ein solcher beschreiben.
Meine Bewertung